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Begriffsdefinition und Begriffserklärung. Die auf dieser Seite benutzte Begriffe werden in unserem Finanzlexikon einfach definiert und erklärt.

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Begriff Definition
Grundschuld

Die Grundschuld wird als dingliches Recht in Abteilung III des Grundbuchs eingetragen.

Im Gegensatz zu einer Hypothek sind Grundschulden nicht akzessorisch, sondern abstrakt d. h. sie sind nicht an den Bestand einer bestimmten Forderung (beispielsweise ein bestimmtes Darlehen ) gebunden und können für sich allein übertragen werden. Daher können Grundschulden nicht nur für einzelne Forderungen, sondern auch für mehrere, auch zukünftige Verbindlichkeiten als Sicherung dienen. Neben dem eigentlichen Grundschuldbetrag werden die Grundschuldzinsen (dingliche Zinsen) und die Nebenleistungen eingetragen. Die Grundschuldzinsen sichern höhere Forderungen mit ab, die z.B. durch die Zahlungsunfähigkeit des Kunden entstehen und den Grundschuldnominalbetrag übersteigen.

Ferner ist üblich, dass der jeweilige Eigentümer sich gemäß § 800 ZPO der sofortigen Zwangsvollstreckung in das Grundstück unterwirft. Somit ist die Zwangsvollstreckung in das Grundstück möglich, ohne dass vorher ein Urteil nötig ist. Dies gilt auch bei einer Übertragung des Grundstückes.

Daneben erfolgt üblicherweise in Höhe des Grundschuldbetrages und der Nebenleistungen auch eine Unterwerfung unter die sofortige Zwangsvollstreckung in das gesamte Vermögen; aus dieser Urkunde kann die Zwangsvollstreckung gemäß § 794 Absatz 1 Ziffer 5 ZPO erfolgen, ohne dass hierzu ein Urteil erforderlich ist, in diesem Falle allerdings ausschließlich gegen die Person, die sich unterworfen hat. Es erfolgt also keine Erstreckung auf einen neuen Eigentümer.

Trotz der rechtlichen Unabhängigkeit der Grundschuld als dinglichem Recht von einem Darlehen als persönlichem Anspruch werden in der Praxis die meisten Grundschulden zur Besicherung von Darlehen und Krediten eingesetzt. Grundschuld und Darlehen sind dann durch die Sicherungsabrede verbunden. Nach der Rückzahlung aller durch die Grundschuld besicherten Darlehen entsteht aus der Sicherungsabrede ein Rückgewähranspruch. Dieser Anspruch ist das Recht auf Rückabtretung der Grundschuld, das Recht auf Verzicht durch die Gläubigerin sowie das Recht auf Löschungsbewilligung. In der Praxis wird dieser Anspruch von den Kreditinstituten meistens auf den Anspruch auf Löschungsbewilligung beschränkt.

Man unterscheidet zwischen der

Buchgrundschuld, die nur in das Grundbuch eingetragen wird, und der Briefgrundschuld, für die darüber hinaus (von der Bundesdruckerei) ein Grundschuldbrief ausgestellt wird. Näheres zu diesem Thema finden Sie auf unser Seite Grundschuld

 

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